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11 Dezember 2006

Poole

Am Donnerstag hab ich meinen letzten Staedtetrip hier gemacht, und zwar nach Poole. Leider war es so windig, dass ich am Quay kaum gehen konnte. Darum bin ich erst Richtung Altstadt marschiert, wo ich eine uralte Kirche mit dem Schild "Seit ueber 800 Jahren fuer jedermann offen" entdeckt habe. Daneben stand: "Oeffnungszeiten: Mo-Fr 9 bis 13 Uhr".

Als Naechstes bin ich zum Christkindlmarkt, wo mir der Wuerstlverkaeufer aus Sachsen-Anhalt was ueber sein mieses Geschaeft vorgejammert hat. Daneben, am Gluehweinstand, darf unter der Woche nur Kinderpunsch ausgeschenkt werden. Am Wochenende, wenn es dann Alkohol gibt, wird rund um den Stand ein Zaun errichtet, und ein Sicherheitsdienst kontrolliert, dass ja keiner unter 18 (!) in den Genuss dieses hochgefaehrlichen Gebraeus kommt.



Gott sei Dank hat auch Poole sein Einkaufszentrum, so dass dieser Tag doch noch erfolgreich zu Ende ging... Mitten durch die High Street fuehrt das Bahngleis, und wenn die Ampel auf Rot schaltet, geht in der ansonsten recht belebten Fussgaengerzone gar nix mehr vorwaerts:


Eine weitere interessante Entdeckung war ein Geschaeft fuer Schuluniformen. Bisher hatte ich mir naemlich noch nie Gedanken darueber gemacht, wo die englischen Kinder ihre Klamotten herhaben. Witzig fand ich vor allem, dass es hier nicht nur Pullis, Hosen und Roecke in den jeweiligen Schulfarben gibt, sondern dazu passend auch noch Turnbeutel, Badeanzuege, Brotzeitdosen, Ordner und so.


30 November 2006

Hengistbury Head

Heute war es schon wieder recht sonnig, drum war ich nochmal am Meer - diesmal in der Naehe von Bournemouth.





Das mit dem Selbstausloeser war gar nicht so einfach, weil mir der Wind staendig die Kamera umgeblasen hat! Aber ich wollte auch mal auf einem Foto draufsein.

Portsmouth


Montag, zweiter Urlaubstag. Wieder schoenes Wetter, darum bin ich nach Portsmouth gefahren. Dort gibt es eine uralte Hafenanlage mit einem supermodernen Aussichtsturm, dem Spinnaker Tower.
Da musste ich einfach rauf! Die erste Aussichtsplattform hat einen glaesernen Boden, so dass man 107 Meter unter sich die Schiffe fahren sieht. Das Foto mit meinen Fuessen drauf ist der Blick von oben nach unten, das andere zeigt das Guckloch von unten aus - mit einem Besucher, der gerade drueber latscht.


Unnoetig zu betonen, dass die Aussicht von da oben grandios ist, oder?



Bei Nacht faellt der Turm natuerlich ebenfalls auf:

Ansonsten war ich noch im Kino und hab mir "Step Up" angeschaut - der Film macht richtig Spass und die Musik ist so geil, da muss man ab der ersten Minute mitgrooven!!

31 Oktober 2006

Stonehenge und Salisbury

Gestern hatte ich mal wieder frei und machte mich auf den Weg nach Salisbury, einer wirklich schoenen alten, typisch englischen Stadt in der Naehe von Stonehenge.
Da das Wetter ebenfalls typisch englisch war, hab ich nur ein einziges Foto von den beruehmten Steinbrocken gemacht und dafuer ein paar schoene Postkarten gekauft, auf denen die Sonne scheint;-)
Mein erster Eindruck im Bus dorthin hat mich ziemlich hart getroffen: Japaner, von weitem erkennbar am Maurerhut! Nicht nur, dass sie sogar das Schild an der Bushaltestelle vor dem Bahnhof in Salisbury fotografiert haben, nein! Sie belagerten auch noch die beiden vorderen Sitzreihen oben im Bus. Ich muss zugeben, dass ich die reinste Schadenfreude empfand, als die Windschutzscheibe bald von aussen regennass und von innen beschlagen wurde...
Stonehenge selber war dann auch eher ernuechternd als inspirierend: Erstens hatte ich mir ein kolossales Gebilde vorgestellt, nicht ein paar Felsen, die locker in unseren Garten passen wuerden. Dann 5.90£ Eintritt (wobei man ja gar nicht "eintritt", sondern nur auf einem eingezaeunten Trampelpfad aussenrum latschen darf), das nervtoetende Gelaber einer Tonbandfuehrung im Ohr, wieder fotografierende Japaner im Weg, und zu guter Letzt zwei viel befahrene Strassen in direkter Nachbarschaft. Wenn da einer noch von einem mystischen Ort sprechen kann...
Auf dem Rueckweg nach Salisbury hab ich eine Suedafrikanerin kennen gelernt, mit der ich dann die Stadt erkundet habe: Besonders die St Mary's Cathedral fand ich wahnsinnig beeindruckend. Unvorstellbar, dass ein solch riesiges Bauwerk in kaum mehr als 30 Jahren aufgestellt wurde. Vor allem, wenn man bedenkt, dass seit 1986 Renovierungsarbeiten laufen, die voraussichtlich noch bis 2015 dauern. Und zwar nur auf der Nordseite...
Das hier ist das Uhrwerk der Kathedrale, das aelteste noch funktionierende der Welt.
Trotz der Einnahmen aus dem Eintritt in die Kirchen und aus dem Kirchenrestaurant (in der Kirche!!) scheint diese Kathedrale langsam zu zerfallen...
Zurueck in Southampton hab ich dann aus dem Zugfenster die Queen Mary II im Hafen gesehen. Bei Nacht erscheint sie noch groesser als bei Tag, deshalb beschloss ich noch schnell vorbeizuschaun. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn man auf der falschen Seite einer Stadtautobahn und dann noch auf der falschen Seite eines Zauns ist... Zufaelligerweise hatten zwei zukuenftige Bremer Schiffsbauingenieure dieselbe Idee - und ein Auto.
Nachdem wir also zu dritt an einem weiteren Zaun gescheitert waren, beschlossen wir unsere verrueckte Aktion abzublasen und lieber auf ein Bier in ein Pub zu gehn.

04 Oktober 2006

The New Forest






Heute hab ich mit Jessie eine Radltour im New Forest gemacht. Erst mussten wir natuerlich aus Brockenhurst raus, das heisst wir nahmen aktiv am Linksverkehr teil. Hui! Ganz schoen gefaehrlich...

Danach waren wir fast nur noch auf Waldwegen unterwegs, so konnten wir die tolle Landschaft geniessen: Wald, Wiesen, Kuehe, Pferde, Esel, Hirsche, alles da.

Mit einem Fuenf-Gaenge-Picknick haben wir uns fuer die anstrengende Tour belohnt: gemischter Salat mit Feta und Pinienkernen, Tiramisu, Obst, Schokokuchen und natuerlich Chips, aeh Crisps. Die duerfen hier ja bei keiner Mahlzeit fehlen. Ich hab auch schon einen Verdacht, warum das so ist. Schliesslich kennt der gemeine Englaender kein Gewuerz - nicht mal Salz oder Pfeffer. Und damit man genuegend Mineralstoffe zu sich nimmt, isst man halt Chips, aeh Crisps.

25 September 2006

Southampton


DIE Stadt schlechthin zum Einkaufen!
Hier gibt es drei riesige Einkaufszentren, eine ansehnliche Einkaufsmeile und dazwischen wieder Geschaefte. Wer hier nix findet, ist selber schuld!
Leider verschandeln die Malls die schoene alte Stadt, so dass man ausser der Stadtmauer und dem Hafen nicht viel anschauen kann. Aber zu diesem Zweck kann man ja auch woanders hinfahren...
Als wir neulich mit der Faehre Richtung Isle of Wight gefahren sind, haben wir ein etwas groesseres Schiff erspaeht. Ich: Ui, schauts moi, do is voi des grosse Schiff! Naja, fuer uns Bayern zumindest. Fuer an Hamburger werd des wahrscheinlich grod a Nussschale sei.
Babsi: Aeh, lies moi, wos do drauf steht. Des is d'Queen Mary II.

Isle of Wight

Als Babsi, Moni und Flo mich besucht haben, war ich mit ihnen auf der Isle of Wight, und neulich nochmal mit Jessie, einer Kollegin aus dem Blaireau's Restaurant. Die Insel ist echt wahnsinnig schoen! Aber seht selbst: Jessie am Strand in Sandown
Needle Point, der westlichste Zipfel der Insel
Vor den Klippen in Freshwater
Auf diesen Straßen braucht man echt einen Sport-BH, so holprig sind sie!



Babsi, ich und Moni an einem Aussichtspunkt:

05 September 2006

Brockenhurst



So, jetzt bin ich schon einige Zeit hier in Brockenhurst, einer kleinen Stadt mitten im Nationalpark "New Forest". Lauter Wald und ueberall freilaufende Pferde, Esel und kuhaehnliche Vieher. Abgesehen davon, dass man also mitten in der Zivilisation aufpassen muss, dass man nicht in den Kuhdreck steigt, ist es wirklich schoen hier.
Die Philosophie der Leute ist etwa folgende: Zuerst waren die Tiere da, dann kamen wir. Darum ordnen wir uns ihnen unter und schimpfen nicht, wenn ein Pferd mal eine Kreuzung fuer einige Minuten lahmlegt...


Hier wohne ich, das rechte Fenster ist meins. Was auf dem Foto so idyllisch wirkt, ist in Wirklichkeit die reinste Horrorunterkunft: Verkehrslaerm, Spinnen, kein brauchbares Bad/Klo, dauernd schaut jemand beim Fenster rein, und die Haustuer sperrt man auch nur pro forma zu.

Was ich sonst noch alles gelernt habe:

  • Bankkonto eroeffnen schwer gemacht: Man kann in diesem schoenen Land nicht einfach so mal schnell ein Konto anlegen, oh nein! Erstens muss man da in eine groessere Stadt fahren, denn die Bamperlfilialen wie hier in Brockenhurst (immerhin 5400 Einwohner) sind dazu nicht faehig. Und: Man muss erst einen Termin ausmachen, wann man wiederkommt um dann den Papierkram von etwa einer Viertelstunde zu erledigen. (Liebe Gruesse an dieser Stelle an Martin und Kerstin;-))
  • Fuer 40 Gaeste braucht man 8 Bedienungen, zwei Spueler und 5 bis 6 Koeche.
  • Schon nach einer Woche hatte ich Probleme Deutsch zu sprechen: Neulich wollte sich ein Hollaender mit mir unterhalten, und immer wieder hab ich einfach auf Englisch geantwortet.
  • Wie ihr schon bemerkt habt, kaempfe ich regelmaessig mit der Computertastatur: Keine Umlaute, kein scharfes S, Z und Y vertauscht und Satzzeichen irgendwo.
  • Englaender fahren zwar auf der linken Strassenseite, aber auf dem Gehsteig scheint sich langsam die Kontinentalvariante durchzusetzen. Es gibt also Hoffnung...
  • Wer einen Brief aufgeben will, hat die Wahl zwischen 1. und 2. Klasse: 23p kostet die Normalzustellung (dauert 4-5 Tage), wenn's pressiert, ist es teurer ("nur" 2-3 Tage).
  • Sowohl im Strassenverkehr als auch mit Internetnutzung sind die senior citizens hier wesentlich aktiver als in Deutschland. Oder habt ihr schon mal jemanden mit weisser Dauerwelle seine Emails checken sehen?