Mein Auslandsjahr nach dem Examen: Ministrantentreffen in Rom, Arbeit in England, Work&Travel in Australien, Norwegen und Schweden mit dem Zelt, Jakobsweg in Spanien.
05 September 2007
JAKOBSWEG
Heimreise
Simon und Traudi mit den Pilger-T-Shirts. Zur allgemeinen Enttäuschung vieler Damen gibt es die nicht mit optisch günstigeren Längspfeilen;-)
04 September 2007
Finisterre
... und zwar einen mit toller Aussicht aus'm Klofenster!
Traditionellerweise verbrennen wir an dieser Stelle Kleidungsstücke, die wir während der Wallfahrt getragen haben.
Traudi schmeißt ein paar Kassenzettel ins Feuer: "Auf dass mir koane Rechnungen mehr ins Haus flattern!"
Als Jakobspilger geht man ja nicht nur spazieren, sondern man hofft durch die Anstrengung, das Beten und Beichten auch auf eine innere Reinigung, sprich den vollkommenen Ablass. Als äußeres Zeichen der Schuldhaftigkeit trägt jeder je nach Einschätzung des eigenen Sündenregisters einen Stein mit, den er am Ende der Reise am Weg ablegt...
Ich möchte nicht wissen, was die Christa O. in ihrem Leben schon so alles angestellt hat;-)
Fußwaschung - sonst lässt uns die Busfahrerin nicht einsteigen!! Und dann gleich nochmal ein Schock für den Wick: Er hat die Fahne nicht vom Strand mitgenommen! Fast bringt er die strenge Fahrerin so weit, zurückzufahren - aber Marlene und Hildegard protestieren vehement. Aus gutem Grund;-)
Das Rauchfass schwingt dann hoch über unseren Köpfen hin und her, wirklich Wahnsinn. Für dieses Spektakel lassen wir sogar einen Gottesdienst bei Baulärm über uns ergehen!03 September 2007
Santiago de Compostela
Und dann erst der Schlafsaal - eine Original-Nachbildung aus Schneewittchen, findet ihr nicht?
Hildegard zur Christa O.: "Gib ma dein Fotoapparat her, dann bist du aa amoi drauf." - Christa: "Ge, i woaß ja, dass i dabeigwen bi!"
Andere dagegen nutzen den freien Abend zum Shoppen:
Emmi führt stolz ihren frisch erstandenen Jakobsmuschel-Wickelrock vor: "Den laß i ma moing weicha." - Tobias: "Dann muaßt'n fei ausziang!"
Die Suche nach einem preiswerten, schön gelegenen Restaurant mit Paella, freundlicher Bedienung, deutschsprachigen Speisekarten und genügend Sitzplätzen im Freien für uns alle gestaltet sich wider Erwarten schwierig ;-) und dann spannt mir Emmi auch noch meine neuen Freunde aus!!
Und dann müsste man vielleicht noch erwähnen, aber nur gaanz kurz, dass eine gewisse Frau Oberndorfer heute Abend angeblich leicht angesäuselt war. Ich vermute jedoch, dass bloß das letzte Glaserl Wein schlecht war...
02 September 2007
Jakobsweg VII: Monte do Gozo bis Santiago di Compostela

Punkt acht Uhr erreichen wir Santiago, zur Kathedrale sind's aber noch einige Kilometer.An dem langen Seil in der Mitte hängt ein überdimensionales Weihrauchfass von der Decke runter, das leider nur zu bestimmten Anlässen verwendet wird:
Gruppenfoto mit fast allen drauf - bei so vielen Bekanntschaften, die wir mittlerweile gemacht haben, findet sich natürlich schnell jemand zum Fotografieren:
Oben: Lois, Christa P., Steffi, Beate, Uschi E., Christa O., Franz und Wast.
Mitte: Tobias, Simon, Marlene, Hildegard, Dine, Stefan, Maria und Brigitte.
Unten: Traudi, Wick, Lucia, Fannerl, Emmi, Ramona und ich.
Im Pilgerbüro, wo man sich seine offizielle Pilgerurkunde für einen Euro Bearbeitungsgebühr (zuzüglich einen Euro für die Verpackung) ausstellen lässt, entsorgt man gleich auch noch den Wanderstock:Eine Jakobsprozession zieht trommelnd und pfeifend durch die engen Straßen:
Jetzt dürfen wir uns schicken, dass wir vor dieser Horde noch in die Kathedrale kommen, sonst sieht's schlecht aus mit Sitzplätzen! Hier noch mal das Riesenweihrauchfass:
Beim Pilgergottesdienst am Mittag singen die vier stimmgewaltigen Pfarrer aus Ravenschburg wieder.
Ansonsten nervt mich dieser Gottesdienst ganz schön: Man spürt richtig, wie gelangweilt der Pfarrer von dem täglichen Pilgerstrom ist, so eine Massenabfertigung ist das. Nicht mal die Namen der Gruppen versteht man, als sie vorgelesen werden - geschweige denn, dass man zum Jubeln Zeit hätte, wie in Rom beim Papst!
Um eins macht die Herberge auf, wir verlieren keine Zeit uns dort hinzubegeben, damit wir gleich für drei Nächte Betten reservieren können. Während ich mein Bett sofort ausprobiere (Magen-Darm-Geschichte, weniger öffentlichkeitstauglich), gehen die Andern bald wieder in die Stadt runter. Lois entdeckt seine eigene Bar, von der er bisher keine Ahnung hatte:
... und die Kinder toben sich auf dem Spielplatz aus.