01 September 2007

Jakobsweg VI: Pedrouzo bis Monte do Gozo

Die Bar in Pedrouzo ist auf unseren Ansturm schlecht vorbereitet; nur die ersten fünf bekommen wenigstens noch warme Croissants zum Frühstück. Allerdings ergattern wir gleich die Luxusversion mit frischgepresstem Orangensaft.Der Pilgersegen erfolgt dann nach ein paar Kilometern Fußmarsch.
Oops, das ist unscharf geworden. Sorry!Manchmal kommt es einem schon so vor, als wäre hier im spanischen Hinterland vor ein paar Jahren die Zeit stehen geblieben...
Monte do Gozo - hurra! Doch der Ausblick vom "Berg der Freude" ist eher enttäuschend: Zwar ist es echt geil, wenn Santiago in Sichtweite rückt, aber leider sieht man vor lauter Bäumen und Hochhäusern die Katedrale kaum.Es folgt die Zimmerverteilung in der "3000-Betten-Pilgerkaserne": Langsam wissen wir unsere Ausweisnummern schon auswendig!In der Herberge wird geputzt und geputzt und geputzt... - derweil spielen wir mit vollem Körpereinsatz "die Jünger am Ölberg":
Tobias: "Eiso, i geh iatz zum Waschn. Wui no jemand wos waschn, dann kinnts ma's mitgem?" - Keine Antwort.

Uschi: "Dir traut koaner."

Tobias: "Tss, dann konnst dir dei weiße Spitznunterwasch soiber waschn!"

Uschi: "Sog amoi, wia weit host'n du eigentlich in meim Rucksog owegrom, bist gspannt host, dass deiner der danem is?"


Beim Essen in der "Pilgerkantine" werden wir schon wieder beschissen, doch diesmal hat der Wirt die Rechnung ohne Hildegard, die Rächerin von Langenpreising, gemacht!!



Wiesen-Gottesdienst am Monte do Gozo.Danach eine gemütliche, weil von schlafwilligen Pilgern ungestörte Sonnenuntergangs-Session aufm Berg. Wenn man sich am Denkmal anlehnt, ist es total warm.

Wast beim Aufräumen: "Soima de Plastikbecher wieder mitnehma, brauchma de nomoi?" - Uschi: "Naa, woaßt wos? De bringma zruck in d'Kantine. Wenn de nächstn Pilger dann do eahna Wasser aussadringan und des schmeckt noch Wein, dann glaam s', des is a Wunder. Dann gründma mia do herom aufm Berg praktisch glei nomoi an Wallfahrtsort!"

Man sieht auf Santiagos Lichter, den roten Horizont und nach und nach die Sterne... Ein sehr stimmungsvoller Abschluss der Wanderei und gleichzeitig eine Einstimmung auf die Ankunft in Santiago morgen früh.

Lois beim Heimgehn: "Ui schaugts, a Sternschnuppn!" - Emmi: "Und i hob grod an Bon owegschaugt. Aber i konn ja net an Himmi auffeschaung, sunst haut's mi ja hi!" - Uschi: "Naja, dann sigst aa Sterndl." - Lois: "Genau, do derfst dir dann aa wos wünschn!"

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