Nach dem vielen Pilgern und Beten und Gottesdienst Feiern also heute mal ein eher profaner Urlaubstag: Wir mieten uns einen Kleinbus und fahren ganz nach Westen, ans "
Ende der Welt".

Bei schönstem Sonnenschein führt die Strecke durch eine traumhafte Küstenlandschaft:

Aber das kann den Wick natürlich nicht von seinem Schönheitsschlaf abhalten...

Riesenschock für die ganze Truppe: Der heftige Wind reißt Wicks Holzlandfahne Richtung offenes Meer!

Doch kurz entschlossen lässt dieser alles stehen und liegen (inklusive Lucia) und bahnt sich seinen Weg durchs Stachelgestrüpp!

Hier am Atlantik ist
das eigentliche Ende des Jakobsweges mit dem dazugehörigen Null-Kilometer-Stein.

Einen Leuchtturm gibt's hier auch, ...

... und zwar einen mit toller Aussicht aus'm Klofenster!
Traditionellerweise verbrennen wir an dieser Stelle Kleidungsstücke, die wir während der Wallfahrt getragen haben.
Traudi schmeißt ein paar Kassenzettel ins Feuer: "Auf dass mir koane Rechnungen mehr ins Haus flattern!"
Als Jakobspilger geht man ja nicht nur spazieren, sondern man hofft durch die Anstrengung, das Beten und Beichten auch auf eine innere Reinigung, sprich den vollkommenen Ablass. Als äußeres Zeichen der Schuldhaftigkeit trägt jeder je nach Einschätzung des eigenen Sündenregisters einen Stein mit, den er am Ende der Reise am Weg ablegt...
Ich möchte nicht wissen, was die Christa O. in ihrem Leben schon so alles angestellt hat;-)
Finisterre heißt nicht nur der hinterletzte Landzipfel von Spanien, sondern auch die Ortschaft hier. Aber die ist glaub ich nur dazu da, dass die Pilger, die es bis hierher schaffen, irgendwo essen können - sonst gibt's da nicht viel zu sehen.


Deswegen fahren wir nach einem weiteren Pilgermemü (die Paella ist aus!!) am Nachmittag noch ein Stückchen weiter, wo wir im Meer planschen können.

Zumindest glauben wir das, bis wir voller Vorfreude den kleinen Zeh ins Wasser stecken und erschrocken feststellen, dass der warme Golfstrom diese Gegend leider nicht beglückt...

Naja, schön ausschauen tut's trotzdem. Und für mich ist es nach Indik, Südsee, Pazifik, Nord- und Ostsee das sechste Meer heuer - und mit dem Mittelmeer letzten August habe ich alle sieben hintereinander geschafft!

Am Strand weiht Tobias unsere
Jakobsweg-Andenken. Wenn ihr das Foto richtig herzoomt, seht ihr, warum einige von uns bei dieser Feierlichkeit nicht so ganz bei der Sache waren...


Fußwaschung - sonst lässt uns die Busfahrerin nicht einsteigen!! Und dann gleich nochmal ein Schock für den Wick: Er hat die Fahne nicht vom Strand mitgenommen! Fast bringt er die strenge Fahrerin so weit, zurückzufahren - aber Marlene und Hildegard protestieren vehement. Aus gutem Grund;-)

Marlene am Telefon: "Ja, do is aa Reiser, servus... Guat geht's uns... Wos? ... Bügln duast? ... Seit wann geht's da'n do so genau? ... Ach so, weil's i aa büglt... Ja, verbrenn's no grod net! ... Ge, wos ma do auf oamoi ku! ..."
Anschließend lachend zu uns: "Der Xaverl büglt seine Trachtnhemada. Koid! Des glaab i ja nia, dass der wos büglt. Der hot no nia wos büglt!"
Überraschung am Abend: Heute wird das
Mega-Rauchfaß ausgepackt. Wie gesagt, hängt das an einem Seil runter, und nachdem es mit einer Schaufel (!) voll Kohlen angezündet worden ist, hieven es acht (!) Männer per Flaschenzug in die Luft, ein weiterer schubst es an, während die andern acht das Seil hoch- und runterziehen.

Das Rauchfass schwingt dann hoch über unseren Köpfen hin und her, wirklich Wahnsinn. Für dieses Spektakel lassen wir sogar einen Gottesdienst bei Baulärm über uns ergehen!

Die anschließende Suche nach einer Tapas-Bar mit nahe gelegenem Geldautomaten erweist sich als weniger kompliziert als gestern - aber meine Paella krieg ich wieder nicht. Ich habe es also tatsächlich fertiggebracht, in zehn Tagen Spanien kein einziges Mal das Nationalgericht zu probieren!

Auf dem Heimweg nochmal an der Kathedrale vorbei, da hört Emmi Folkloremusik und ist nicht mehr aufzuhalten.

Eine
galizische Trachtengruppe spielt zünftig unter den Arkaden auf - und was soll ich sagen? Wer ist mal wieder der Depp, als nach einem Freiwilligen aus dem Publikum gefahndet wird?? Hinterher hab ich dann auch noch die zweifelhafte Ehre, mich bei jedem Musikanten persönlich zu verabschieden...

In der Nacht gibt der Wick abschließend nochmal alles, was sein durchtrainiertes Schnarchorgan hergibt...
1 Kommentar:
Hi Uschi,
I had seen this blog long time back, are you still in contact with Barbara?
If yes, please tell her Amit says Hi.
Thank you.
Amit
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