29 August 2007

Jakobsweg III: Palas di Rei bis Melide

Der gestrige Abend haengt uns noch allen in den Gliedern (bzw. in der Leber...), deshalb verschlafen wir mal geschlossen und kommen erst um halb zehn los. Liebgewonnenes Morgenritual: Erst ein Kaffee...
... dann der Pilgersegen. Und schon geht's los.
Auch heute durchwandern wir wieder ein Postkartenmotiv nach dem andern! Reifenpanne mit der Sänfte - doch der Wick hat alles im Griff (oder war das doch der Wast??)
Egal, auf jeden Fall macht so eine Schinderei einen gscheidn Durscht... ... und müde!!Aua! Wahnsinnige Leute gibt's, sag ich euch! Da steht doch glatt ein Pilger am Weg und betäubt seine Fußschmerzen mit Brennnesseln. Ich weiß nicht... Gruppenfoto - mal aus der anderen Perspektive:
Friedhofsmauern dienen in Spanien praktischerweise gleich als Grabsteine - und zwar beidseitig.
Emmi: "Des san ja gwandte Friedhöf. Do wenn oana z'gstingat is, dass er einegeht, dann draht er sein Grobstoa einfach um. A so konn er schnoi mitm Weihwasser hispritzn, wenn er a der Straß draustn vobeigeht!"
Ein typisch offener Glockenturm - bei einem Sturm stelle ich mir sowas nervig vor!Hier die Innenansicht einer Kirche:Man spricht Deutsch. Hoffentlich nicht so wie auf dem Schild;-))
Diese drei Mädels treffen wir seit Portomarin immer wieder unterwegs:Ein nostalgischer Moment für uns Holzländer: D'Bommern Maria von Spanien fährt hupend durch die Dörfer. Uschi: "He, i hob ma denkt, d'Bommern Maria hot aufghert, wia der Euro kemma is. Dawei hot si de ins Ausland obgsetzt!"
Kurz vor Melide haben wir von einer alten Brücke aus einen schönen Blick auf den idyllischen Stadtrand:
Melide - noch 50 Kilometer bis Santiago, die Haelfte ist also geschafft! Mittlerweile treffen wir unterwegs immer wieder auf dieselben Leute, hauptsaechlich Spanier. Man kann sich aber nicht unterhalten, denn das Englisch hier ist nicht soo besonders...In solchen Hütten wird Mais zum Trocknen aufgehängt. Und weil das auch die Ratzen wissen, stehen die Hütten auf Betonstelzen:
Am Abend feiern wir Christa P.s Geburtstag. Der Aufenthaltsraum ist allerdings "belegt" (wortwoertlich!), deswegen muessen im Schlafsaal erst ein paar Betten umgestellt und Tische und Stuehle organisiert werden. Wie ueberall ist auch hier um elf Uhr Zapfenstreich und das Licht geht aus.
25 Leute auf geschätzten 15 Quadratmetern - da muss man schon mal auf drei verschiedene Etagen ausweichen...Uschi E. mit ihrem besten Sonntagshut, den sie erst jahrelang geschont hat, bevor er mit nach Spanien durfte:
Christa O. erzaehlt: "Heit hob i dahoam ogruaffa. Sog i: Griass di, i bi's. Sogt mei Mo: Äh, wer? - Ja i bi's, d'Christa. - Mei, an di hob i iatz net denkt!"
Uschi: "Wahrscheinlich war sei Freindin grod do." - Christa O.: "Ja hoffentlich is' a Gscheide, de wo vui arbat und ois butzt, bis i hoamkimm!"Tja, äh, so ganz genau wissen wir auch nicht mehr, wie der Wick plötzlich auf die Idee gekommen ist, sich auf dem Kühlschrank zu postieren, aber anscheinend ist es bequem da oben:Der Rest vom Fest:

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