16 April 2007

Heading Bush Tour from Adelaide to Alice Springs

Wie schnell zehn Tage vorbei gehen koennen, wenn man die ganze Zeit was zu tun hat und nie weiss, was in der naechsten halben Stunde passiert! Ihr habt uns wahrscheinlich sehr vermisst, aber uns kommt es so vor, als haette die Tour erst angefangen und wir machen nur eine kurze Pause in Alice Springs...
Ein paar Fakten und Zahlen:
  • 10 Tage, 10 Teilnehmer, 3230 km (hauptsaechlich auf roten Schotterstrassen), 1610 $ pro Person, schlafen im Millionen-Sternen-Hotel, unzaehlige unbeschreibliche Eindruecke (aber ich versuch trotzdem, ein bisschen was davon zu beschreiben!)
  • Wiedermal ein bunt gemischtes Team aus lauter Europaeern: 4 Deutsche, 2 Englaender, 2 Franzosen, 1 Schweizer und 1 Hollaenderin
  • Wir sind keine Touristen, sondern Abenteurer, klar!!
  • An alle Japaner und Japanerliebhaber: Ich meine es bestimmt nicht boese, aber manche Auffaelligkeiten erwaehne ich eben. Nix fuer Ungut, gell!
  • Der Fairness halber muss man zugeben, dass die Deutschen hier auch immer wieder fuer Anekdoten gut sind. Zum Beispiel, wenn sie beim Fotografieren rueckwaerts gehen und in eine Opalmine fallen. Oder wenn sie dem Ranger nicht glauben, dass die Krokodile hier echt gefaehrlich sind.
  • Was wir sehr schnell gelernt haben: Lass NIIEE ein Klo aus, wenn sich schon mal die Gelegenheit ergibt!!
  • Die Ueberschrift ist mit der Homepage von Heading Bush verlinkt. Klickt auf "Map", dann seht ihr, wo wir langgefahren sind.
  • Essen: Derek, unser Fahrer, war frueher Chefkoch in mehreren Restaurants. Zum Abendessen gab es keine kalten Dosenravioli, sondern so Sachen wie Lasagne vom Lagerfeuer, Lammstew mit Kartoffeln, Burritos mit Salat, Pasta mit Feta und Rucola oder Salami und Oliven, Lachsrisotto mit Kapern, Gemuesepfanne mit Chicken oder BBQ. Am letzten Tag hatten wir zum Fruehstueck sogar Pfannkuchen!
  • Vorraete: Einen Grossteil der Vorraete fuer die ganze Zeit hatten wir an Board; Derek hat nur in Coober Pedy und am Uluru einen Grosseinkauf gemacht. Im Anhaenger waren ca. zehn Kisten, in denen das ganze Essen, Gewuerze, Geschirr, Abspuelzeug, ein Gaskocher... untergebracht waren. Bier, Fleisch, Kaese, Gemuese, Eier usw. wurde im "Esky" frisch gehalten. Das ist eine grosse Isolierbox, in die alle zwei bis drei Tage zwei Tueten Eiswuerfel reingekippt wurden. Mit dem Esky konnten wir sogar Hackfleisch zwei Tage lang frisch halten.
  • Tiere: Wilde Pferde, Esel, Kamele, ein Dingo, Spinnen, Tausendfuessler, Adler, ein (leider toter) Thorny Devil, Kaenguruhs, Wallabys, Eidechsen, Emus und vieles mehr kreuzte unseren Weg. Mit Abstand am meisten Kontakt pflegten allerdings die Fliegen zu uns - die wissen genau, dass sie aus Augen trinken koennen. Waeh!
  • Wasser: Ein ernst zu nehmendes Thema bei einer Wuestentour ("The water we have is the water we carry."): In Kanistern und Flaschen hatten wir etwa 140-150 Liter Trinkwasser an Bord, und es gab nur einmal an Tag4 in Coober Peedy die Moeglichkeit, alle Behaelter aufzufuellen. Das bedeutete Geschirr spuelen in einer kleinen Schuessel, Haende waschen nur in Notfaellen (Toilette ist kein Notfall), sehr vorsichtige Katzenwaesche am Morgen, Nudelwasserrecycling als Spuelwasser fuer Toepfe. Unterwegs hielten wir allerdings oft an Tankstellen oder Sehenswuerdigkeiten, wo es zumindest genug Trinkwasser fuer unsere Flaschen gab. Und in manchen Camps hatten wir die Moeglichkeit, Spuelwasser vor Ort zu holen.
  • Trinken: Da Wasser nach ein paar Tagen abgestanden schmeckt, mischten wir gegen Ende der Tour immer ein bisschen Saftkonzentrat (in Australien als Cordial bekannt) in die Trinkflaschen - denn drei Liter am Tag sind Pflicht, da hilft nix.
  • Duschen: Entgegen aller Erwartung konnten wir ungefaehr jeden zweiten Tag duschen. Ausserdem liess Derek keine Bademoeglichkeit in Gorges oder Seen aus. Komischerweise gewoehnt man sich jedoch sehr schnell an den Verzicht eines Badezimmers, und da man zwei Sekunden nach der Waesche sowieso schon wieder schwitzt wie eine Sau, ist es nur unnoetige Wasserverschwendung. Es hat auch keiner so richtig gestunken, echt.
  • Kleidung: Ueberleg dir genau, was du nach der Tour wegschmeissen willst! Denn die Menge roter Staub, Sonnenmilch und Schweiss gehen mit keiner Waschmaschine der Welt mehr aus dem Stoff. Sehr praktisch, dass man eigentlich die kompletten zehn Tage dasselbe Gewand anhat, so reduziert man die ruinierte Kleidung erheblich.
  • Mannschaft: Durch die Sitzordnung im Auto lernt man sich unwahrscheinlich schnell kennen und durch die staendig erforderliche Kooperation im Camp waechst die Gruppe bald zusammen. Laenger als die zehn Tage haette ich es allerdings mit einigen Teilnehmern nicht ausgehalten, man pappt ja wirklich 24/7 hauteng aneinander. Trotzdem ist es erstaunlich, wie zehn wildfremde, zufaellig zusammengewuerfelte und absolut unterschiedliche Leute praktisch auf Knopfdruck als Team agieren.
  • Wetter und Klima: Sonnig, trocken und warm. Tagsueber hatten wir zwischen 30 und 40 Grad, also gut zum Aushalten im Vergleich zu Dereks vorheriger Tour, bei der es einmal 52 Grad heiss war und an zwei Tagen regnete.
  • Highlights: Obwohl es schwer faellt, irgendetwas an dieser Tour nicht als Highlight zu klassifizieren, ragen ein paar Situationen doch hervor. Einerseits landschaftliche wie zum Beispiel Kings Canyon und Uluru, andererseits ganz persoenliche. Ich sass etwa gern auf Rosies Motorhaube, wenn es im Lager ruhig wurde, und hab den Sternenhimmel bewundert (im Outback ist es so klar, dass man sogar die schwarzen Loecher in der Milchstrasse leicht erkennt). Und natuerlich werde ich nie vergessen, wie ich Derek einmal, als er auf Rosies Dach geschlafen hat, mit einem Seil um den Bauch und durch die Autofenster festgebunden habe! *GFG*


Unser hartes Programm:


TAG1 (Gruendonnerstag)

Um sechs Uhr frueh wurden wir vor dem Backpackers in Adelaide abgeholt, und nachdem wir die andern Teilnehmer alle aufgeklaubt hatten, ging's erstmal auf dem Highway (Teerstrasse, wie langweilig!!) nach Norden zu den Flinders Ranges. Unterwegs hielten wir immer wieder an, wenn es was Interessantes zum Anschaun gab, wie zum Beispiel Bush Tucker (Essbares aus dem Outback):

Derek, unser Fahrer, demonstrierte uns, wie man fachmaennisch Feuerholz fuer's Abendessen sammelt:

Die Yourambulla Caves sind die einzigen Aboriginal Hoehlenmalereien, die man als Aussenstehender besichtigen darf - und die sogar auf einem Schild erklaert werden! Normalerweise sind ja die ganzen Zeremonien streng geheim, aber Derek hat mal einige Jahre lang als Sozialarbeiter fuer Aboriginals gearbeitet und nutzt nach wie vor den guten Kontakt zu ihnen...


Die Flinders Ranges, ein Gebirge noerdlich von Adelaide, wo wir eine Wanderung zu mehreren Lookouts gemacht haben und unzaehlige Fotos geschossen haben.

Ach ja, da wollte ich mich gleich mal entschuldigen: Wahrscheinlich koennt ihr nach kurzer Zeit schon keine Steinbrocken mehr sehen, aber die Landschaften hier sind einfach mal sehr felsig. Und atemberaubend. Da muss man einfach auf den Ausloeser druecken. Aber ich reiss mich zusammen und zeig euch immer nur meine Favoriten, ok?

Arkaba Station, wo wir das erste Nachtlager aufgeschlagen haben. Und das geht so: Mittendrin bremst der Fahrer und biegt an einer x-beliebigen Stelle in ein Gestruepp/ einen Wald ein und bleibt nach einiger Zeit stehen. Dann Kommando zum Anhaenger ausladen und fuers Abendessen herrichten: Swags vom Dach runterschmeissen, Feuerstelle ausgraben, Vorraete auspacken, Gemuese schnipseln usw. Jeder hilft mit, und schon nach zwei Tagen laeuft das Programm automatisch ab.

Einfuehrung in die Kunst des Im-Outback-aufs-Klo-Gehens: Taschenlampe, Schaufel, Klopapier und Feuerzeug mitnehmen, Zaehne zambeissn und bloss keine Spuren hinterlassen!!


TAG2 (Karfreitag)

Ein kleiner Morgenspaziergang zum Aufwachen... So sah es im Auto namens Rosie waehrend der Fahrt aus: zwei Leute auf dem Beifahrersitz (jaa, hier kommt man sich schnell nahe...) und die restlichen acht hinten auf zwei gegenueberliegenden Baenken. Hat zur Folge, dass man die ganze Zeit bequem ratschen kann. Schlafen kann man total knicken, weil es ununterbrochen rumpelt und pumpelt. Je nach Gegenueber vereinbart man beim Hinsetzen, wie und wo man seine Knie und Fuesse arrangiert. Gepaeck ist im Anhaenger, bis auf Wasserflaschen und die Geschirrtuecher, die wir zum Trocknen aufgehaengt haben. Wilpena Pound Die ABC-Berge, 26 an der Zahl (hab nicht nachgezaehlt): Besuch der Iga Warta Aboriginal Community, wo wir uns als erstes eines Initiationsritus unterzogen haben: Terence nahm uns mit zu einer Stelle, an der verschiedene Riten wie Geburt und Tod, Uebergang zum Erwachsenenstatus, Heirat usw. zelebriert werden. Aus verschiedenfarbigen Sandarten und Wasser mischte er einen Brei, mit dem er unsere Gesichter bemalt hat - die Jungs mit Streifen, die Maedels mit Punkten. Weiss steht fuer die Verbindung mit Mutter Erde, Gelb verhilft zu neuem Denken und neuen Wegen, Rot stellt die Verbindung zur Mutter her, Lilagrau reinigt und erneuert den Geist, und der braune Punkt am Hals erinnert einen daran, bei Aufregung erst mal tief durchzuatmen.

Wie unschwer zu erkennen ist, vertragen sich die bayrische und die Aboriginal Kultur wunderbar miteinander:

Tief beruehrt von dem Aufnahmeritus sitzen wir ums Lagerfeuer und lauschen den Geschichten und Liedern...

Ein Ohrwurm fuer die folgenden Tage war: "Oh my Walla, it's rumbeling, it's tumbeling. Oh my Walla, it's rumbeling like a big base drum. Dudum dududu du du du!" - der Hungersong.

Danach gab es Flammbrot mit Marmelade und Emusahne. Als Geschirr dienten Baumrinde und ein Stoeckchen!

TAG3 (Karsamstag)

Nach laengerer Zeit im Busch freut man sich ueber JEDES Porzellanklo, auch wenn es bewohnt ist;-)

Das ist die Werkstatt irgendeines abgefahrenen Kuenstlers in der Naehe von Lyndhurst. Leider war er nicht daheim, aber wir haben uns trotzdem mal auf dem Chaos-Grundstueck umgesehen. Unter anderem gibt es da eine Waschmaschine, die je nach Wetter per Windrad oder Fahrrad angetrieben wird.

Und ein Pub ohne Bier, dafuer mit gigantischer Aussicht:

Danach gings fuer zwei Tage den Oodnadatta-Track an der alten Kamelierroute und Old Ghan Railway entlang.

Dieses Foto steht fuer den Weg, den wir hinter uns gelassen haben. Was mir besonders gefaellt, sind die jeweils doppelt vorkommenden Farben Blau, Braun und Weiss im kleinen Spiegel. Hat was, oder?

Wie gesagt, sind wir an der alten Ghan Bahnstrecke entlang gefahren, die durch eine neue ersetzt wurde, weil sie oft ueberschwemmt war. Jedenfalls nutzen viele Reisende die Holzteile der Gleise fuer Botschaften.
Da wir keinen Josh kennen, haben wir uns kurzentschlossen an die Arbeit gemacht und den Text ein bisschen umgestaltet:

Die einen nennen es Kunst, die anderen eine Muellhalde mitten in der Wueste. Jedenfalls hat sich hier jemand mit allen moeglichen Schrottteilen beschaeftigt, zum Beispiel Fliegern, Autoteilen, einem kompletten Bus und einem kompletten Auto. Naja. Wenigstens mal wieder ein Grund zum Anhalten und Fuesse vertreten...

Der Lake Eyre, ein riesenriesengrosser Salzsee, der seit sechs Jahren zum ersten Mal wieder voller Wasser ist:

Coward Springs, ein Pool mit Thermalwasser, in dem wir uns dankbar mal die Fuesse waschen konnten! Das Wasser braucht ueber 1.000.000 Jahre auf seinem Weg von Queensland hierher. Wahrscheinlich haben wir deswegen danach nicht unbedingt besser gerochen als davor...

Am Rand sitzen Claire, Rebecca und Jitske (genannt Jet-Ski); Babsi (genannt Lilou - wegen Aehnlichkeit mit der Darstellerin in The Fifth Element), Joerg, Duncan, Matthias, Hugo, Simone und ich planschen.

Blumen, die aus dem Sand rauswachsen. Fand ich total schoen.

William Creek, ein einsames Nestchen mit ich glaube sechs Einwohnern, einem Pub und einem Flughafen. Das war's. Hier haben wir gecampt, weil die Jungs sich die Chance auf ein Bier nicht entgehen lassen wollten!

Die Waende im Pub sind gespickt mit allen moeglichen Hinterlassenschaften von ehemaligen Gaesten, von Fuehrerscheinen und Nummernschildern bis hin zu BHs und Polizistenschulterklappen!


TAG4 (Ostersonntag)

Da Babsi ja mit dem Geschaeft vertraut ist, hat sie Derek beim Ostereier Verstecken geholfen. Wir andern mussten uns ganz schoen mit der Suche schicken, denn in der heissen Morgensonne waere uns sonst von der Schokolade nicht viel uebrig geblieben.


Ein fast 10.000 Kilometer langer Hundezaun schuetzt die Schafe im Sueden vor Dingos.

Duncan, ein unverbesserlicher Englaender, nutzte den Zwischenstop fuer einen Cricketkurs fuer Anfaenger. Im Werfen bin ich schon ganz gut, aber das ist erst der Anfang...

Coober Peedy: Eine Opalstadt, in der geschaetzte 70% der Einwohner unterirdisch leben. Ausser dem Elektriker und dem GaWaScheiss weiss niemand, wie viele Leute hier tatsaechlich wohnen - ein Traum fuer Steuerfluechtlinge!

Wer untertauchen oder nach Opal graben will, kauft sich einfach ein Grundstueck und einen Bombenbausatz, schon geht's los! Wir haben eine Fuehrung mitgemacht und in eine Wohnung reingeschaut: Sehr komisch - stockdunkel, absolut lautlos, feuchtkuehles Klima. Und dann die staendige Gefahr, dass der Nachbar nicht besonders begabt im Kompasslesen ist und ploetzlich durchbricht!!

Opal im Wert von einigen tausend Dollar:

Und so schaut der Ort von aussen aus: Anhand der Fernsehantennen und Kamine kann man erraten, wo jemand wohnt...

... und man muss aufpassen, dass man nicht in einen Krater stuerzt!



Nach dem Mittagessen die letzte Duschmoeglichkeit fuer die naechsten drei Tage. Da sagt keiner Nein!
Das ist kein Ausserirdischer, sondern das Ergebnis von sorgfaeltig aufgetragener 30+ Sonnenmilch!
Moon Plain - Mondlandschaft bis zum Horizont

Wanderung in der Painted Desert

Hab ich schon mal erwaehnt, dass ein Hut mit Fliegennetz eine super Investition ist??

Einer von vielen tollen Sonnenuntergaengen, diesmal ueber der Painted Desert.


Gecampt haben wir in Arkaringa Station, einer Rinderfarm von der Groesse ganz Hollands und halb Belgiens miteinander.



TAG5 (Ostermontag)

Aussicht aus meinem Schlafsack bei Sonnenaufgang:

Morgenstimmung im Camp: Waehrend die meisten noch tief in ihren Swags stecken, kocht schon jemand Kaffee, schuert das Lagerfeuer vom Vorabend nochmal fuer Toastbrot an oder fotografiert den Sonnenaufgang...

Eine Besonderheit faellt mir jedoch auf: Hugo ist einer der Ersten. Hae??

Ein Tausendfuessler oder sowas Aehnliches, etwa zwoelf Zentimeter lang:

Geschirr spuelen im Bush. Sand ist schliesslich nicht schlecht fuer die Verdauung, hab ich gehoert. Und zwischen den Zaehnen quietscht er zwar etwas, dafuer haben wir jetzt alle strahlend weisse Zaehne!!

Das Pink Road House, wo wir Mittagspause gemacht...

... den Bootsverleih genutzt...

... sowie der Musik dieses Aboriginal Mannes gelauscht haben. Leider hatte er die linke Hand nicht frei zum Spielen, und Ton konnte er auch keinen halten. Und eine Saite von der Gitarre hat gefehlt. Aber ich hab mich trotzdem erbarmt ihm eine halbe Stunde zuzuhoeren!

Ein nicht geplantes, aber dafuer umso besseres Highlight der Tour: Mitten in der Wueste naehern wir uns einem Wasserloch, und alle feuern Derek an, durchzufahren...


Nachdem wir den kompletten Anhaenger ausgeraeumt hatten, stellten wir ihn wieder auf die Beine. Ein Reifen musste ausgewechselt werden, und der Anhaenger hatte ein paar Dellen - kein Drama also! Sogar die Eier im Kuehlschrank haben ueberlebt.


Ach so ja, die Aussicht aus dem Fenster war fortan ein bisschen, nun, eingeschraenkt.

Witjira National Park in der Simpson Desert, der groessten Wueste Australiens. Ziemlich trocken das Ganze. Wie jemand drauf kommen koennte, ausgerechnet eine Kettensaege mitzuschleppen, ist mir zwar verborgen, aber anscheinend fand es jemand wichtig, ein Verbot auszusprechen:
Ploetzlich tauchte eine Oase auf, die Dalhousie Ruins.

Nicht weit entfernt liegen die Dalhousie Hot Springs, da konnte man sich kurz erfrischen - und zwar, indem man aus dem 37 Grad heissen See rausstieg! Oder man genehmigte sich ein kuehles Bier...


Unser Nachtlager in Mt Dare, wo wir feststellten, dass man am Lagerfeuer tatsaechlich Schokoladenkuchen backen kann. Aussen verkohlt, innen fluessig, und nicht ohne einen etwas rauchigen Beigeschmack, aber geil!! Wir muessen halt noch ein bisschen an der Backtemperatur arbeiten;-)

Hier seht ihr Joerg und noch jemanden (Rebecca?) in den Swags: Das sind so Leinensaecke mit Matratze drin, und je nach Kaelteempfinden kann man sich komplett mit Schlafsack, Kissen und Wolldecke drin verbuddeln und sogar einen Deckel ueber dem Kopf zumachen. Zusammengerollt dienen sie als Sitzgelegenheit (siehe oben).


TAG6

Good Bye South Australia, Welcome to the Northern Territory!

Seitdem er den Anhaenger umgelegt hatte, war Derek ein bisschen vorsichtig mit den Wasserloechern und ist lieber aussenrum gefahren. Dadurch sind wir einmal einem Strauch zu nahe gekommen, sodass ich den Aussenspiegel (den Teil, der noch brauchbar war) mit der Hand halten musste...

Lambert Centre, der geographische Mittelpunkt Australiens.
Abendstimmung waehrend der Fahrt: Ein schoener Sonnenuntergang entschaedigte fuer die brutal lange Strecke, die wir heute zurueckgelegt hatten... ... und Pinkelpause. Links von der Strasse die Jungs, rechts wir. Hier sieht man, warum wir zum Klogehen ein Feuerzeug brauchten: Hinterlassenschaften vernichten.


TAG7

Heute ging's zum Uluru, deswegen mussten wir um spaetestens halb fuenf aufstehen. Zumindest dachte das Derek, der um Punkt fuenf Uhr in den Park reinfahren wollte, damit wir ja nix verpassen. Bloed, dass der Park erst um sechs aufmachte... Also nochmal zurueck zum Zeittotschlagen (Kreisverkehrrekordrundumfahren und so Scherze) und eine Stunde spaeter dann der zweite Versuch.

Bevor wir uns allerdings dem Sonnenaufgang widmen konnten, musten wir noch das Feuerholz loswerden, das wir aus Versehen und verbotenerweise in den Nationalpark geschmuggelt hatten!

Aussichtsplatz auf dem Auto bzw. Anhaenger, und dank Dereks Servier- und Balancierkuensten mussten wir nicht einmal auf unser Fruehstueck verzichten.

So, los geht's! Natuerlich hab ich noch ungefaehr zehn weitere Fotos, aber ich will euch ja nicht langweilen:

Es ist sehr verlockend, nur auf den Uluru zu starren, aber wenn man sich mal umdreht, ist die Aussicht auch nicht schlecht!

Nach dem Sonnenaufgang sind wir direkt an den Uluru hingefahren. An dem einen Eck ist ein Seil gespannt, an dem sich Japaner und andere Ignoranten hochschleppen, denen es wurscht ist, dass der Berg ein Heiligtum fuer Aboriginals ist. Einer hat seinen Hut verloren, das hat uns gefreut!

Wir jedenfalls sind die neun Kilometer aussenrum gewandert und wurden unter anderem mit folgenden Ansichten belohnt: Aboriginal Art in einer Hoehle...

Mutitjulu Waterhole...
... ein Stueck abstehender Fels (mein persoenliches Lieblingsfoto) und vieles mehr. Da es rund um den Berg viele heilige Staetten gibt, wo Aboriginals irgendwelche geheime Sachen zelebrieren, darf man vielerorts nicht fotografieren.

Am Nachmittag eine kurze Abkuehlung im Campingplatz-Pool,
bevor wir aufbrachen zu den Kata Tjuta.

Auf dem Weg dorthin nochmal der Uluru aus der Ferne

Aus Energiespargruenden haben wir nur den kurzen Wanderweg gewaehlt, aber auch hier hatten wir tolle Fotoobjekte - wenn nicht grade eine bestimmte Touristengruppe im Weg stand...

Derek machte uns weis, dass man nach Aboriginal Glauben hier seinen Geist reinwaschen kann, wenn man das Gesicht fuer einige Sekunden ins Wasser haelt. Dumm wie wir sind, haben wir uns tatsaechlich auf den Bauch gelegt - bis wir ihn lachen gehoert haben!!
Joerg, Claire, Rebecca, Duncan, Babsi, Simone, Derek und Jitske

Am Abend nochmal zurueck zum Uluru, Sonnenuntergang anschaun. Manche Touristen brauchen dazu gleich ein Glas Champagner und Haeppchen, damit sie ihm zuprosten koennen. Ich aeussere mich mal nicht zu deren Nationalitaet...

Dieser Aussichtsplatz auf Rosies Motorhaube, Dach und Anhaenger war fuer uns Abenteurer genau das Richtige, vor allem, weil Derek an Bier und Kekse (mit Dip!) gedacht hatte...




Scharen- bzw. Busweise Touristen (nicht vergessen: WIR sind ABENTEURER) am Sunset Lookout:

... meine eindeutigen Favoriten darunter: Drei Japanerinnen, die sich gegenseitig mit dem Stativ vor dem Uluru abgelichtet haben. Im 20-Sekundentakt.Zigarettenpause auf der Strasse. Kommt ja keiner.

TAG8

Naja, manchmal kreuzen wilde Kamele den Weg. Sollte man eher umFAHren statt UMfahren;-)

Nach der eher gemuetlichen Wanderung um den Uluru stand diesmal Bergsteigen im Kings Canyon auf dem Programm. Das war riesig, viele von uns fanden es sogar beeindruckender als den Uluru!!


Tsching, tschang, tschung...


Nach einigen Stunden Wandern in der trockenen Hitze ist ein Wasserloch wie das Paradies - wahrscheinlich heisst dieses hier deswegen Garden Eden.


Am Abend sahen wir eine Teletubbielandschaft mit einem Meteoritenkrater im Hintergrund:


TAG9

Da wir von Stoabroggan noch lange nicht genug hatten, sind wir im Roma Gorge im West MacDonnell National Park gleich nochmal wandern gegangen. Bei diesem Wasserloch (ja, das ist ein Spiegelbild!) fand ein Wessen-Frosch-faengt-die-erste-Fliege-Wettbewerb statt. Nicht, dass ihr glaubt, wir waeren die ganze Zeit nur bierernst durch die Gegend gelatscht!

Ein ehemaliges Kaenguruh, kunstvoll angeordnet von uns...


Der letzte Abend im West MacDonnell National Park TAG10

Alice Springs - eine Ortschaft mitten in der Wueste, die auch beim besten Willen nicht als "schoen" zu bezeichnen ist. Nach der langen Zeit, die wir als Gruppe immer isoliert von der Welt gelebt haben, war es echt hart, wieder in der Zivilisation anzukommen - mit straehnigen Haaren, staubiger Kleidung und an Ruhe und Frieden gewoehnt.


Abschiedsessen in Annie's Place:

TAG11 (inoffiziell)

So dreckig wie hier kann Derek natuerlich nicht nach Adelaide zurueckfahren. Also, ran an die Arbeit: Derek, Babsi und ich putzten erst drei Stunden lang Rosies Innenleben, danach sind wir zu einer Waschanlage gefahren.

Ja, ihr seht richtig: Ich schrubbte, und Derek schaute zu. Dafuer sind wir aber auch belohnt worden...

Fertig! Rosie, strahlend weiss wie vor der Tour.


So, und dieser Post ist jetzt auch endlich fertig - nach fast zwoelf Stunden Arbeit! Tut mir leid, dass ich euch so lang warten lassen habe, aber ich wollte es halt gscheit machen. Ich hoffe, wir kriegen viele Kommentare als Belohnung!!

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

super, bin begeistert. Hab' schon länger nicht mehr reingeschaut und hatte nun viel zum Nachlesen. Gruß aus Minga

Uschi Winkler hat gesagt…

An scheena Gruass zruck a Minga auffe! Mia hamma grod oan aus Minga droffa - der hot zwar gsaexlt, aber "Pfiadde" hot er scho gsogt.

Anonym hat gesagt…

Super Tagebuch-Kompliment.

Die Outback-Tour is echt der Hammer, ich hab die gleiche im Mai 2005 gemacht, allerdings mit Drew als Guide. zählte mit zu meinen besten Down-under Erfahrungen.

Gruß, Sebastian

Uschi Winkler hat gesagt…

Hallo Sebastian! Wer bist denn du, und gibt's von dir auch Bilder zu sehen?
Gruß, Uschi.