8 Tage, 18 Teilnehmer, 3548 km, super Organisation und Unterkunft, viiel Zeit (andere Busunternehmen jagen dieselbe Tour in sechs Tagen durch) und unbeschreibliche Eindruecke von der australischen Landschaft. Hier nur einige der tausend Fotos - die manchmal leider nicht ausdruecken koennen, wie riesig hier alles ist:
TAG 1:
Ein Koala ganz nah im Yanchep National Park. Diese Tiere sind sehr zimperlich mit ihrer Nahrung - sie fressen nur ganz bestimmte Eukalyptusblaetter, die sie mit Hilfe von Bakterien verdauen. Diese Bakterien wiederum werden von der Mutter an die Kinder weitergegeben, wenn die Jungen zum ersten Mal "feste Nahrung" kriegen. Deswegen ueberleben kleine Koalawaisen nicht, wenn man sie selbst aufpaeppeln will. Und wenn sie krank sind und man ihnen Antibiotika verabreicht, sterben sie auch, da Koalas diese Bakterien nicht mehr herstellen koennen.
Das sind Julia und Franzi (aus Sachsen, aber ganz nett).
Babsi bemueht sich, mit den andern Deutschen ordentlich zu sprechen: Ich hab gedacht, heute soll es total heiss werden. DAWEI ist es recht angenehm mit den Wolken...
Unser Bus von innen... ... und von aussen. Im Anhaenger sind die Rucksaecke, Vorraete und Kuechenutensilien. Wir befinden uns uebrigens grade in der Pinnacles Wueste.
... unglaubliche Farb- und Schattenspiele.
Ein Schnabeltier, glaub ich. Aber leider hab ich den Schnabel nicht gesehen...
TAG 2:
Der beste Start in den Tag: fruehes Fruehstueck, dann bei Sonnenaufgang durchs Outback fahren - links Meer und Duenen, rechts Busch, und nebenher Norah Jones hoeren.
Nee, die hab ich nicht selber gefangen, das war in einem Wildpark. Apropos wild: Bin von einem Kaenguruh in die Hand gebissen worden!
Ein leaning tree, der sich dem Wind gebeugt hat. Und zwar deutlich! Sozusagen ein windiger Baum...
So, jetzt passt mal auf, kein Scheiss: Wusstet ihr, dass es innerhalb von Australien ein anderes Land gibt? Mit einem echten Prinzen und einer echten Prinzessin? Das sind die beiden aelteren Leute rechts im Bild. Vielleicht glaubt ihr mir ja, wenn ihr den Stempel in meinem Pass seht, auf dem Foto befinden wir uns naemlich gerade im Regierungsgebaeude und was Prinz Leonard in der linken Hand hat, ist ein UV-Geraet zum Passgenaueranschaun. (Diese Prozedur geschieht an einem Flughafen ja immer hinter Mauern, ist aber sauinteressant, was in so einem Pass alles fuer Zeichen drin sind!!)
Also: Frueher mal gab es in Australien ein Gesetz, das alle Bauern verpflichtete, ihre komplette Ernte an den Staat zu verkaufen, der das Zeug dann weiterverkaufte. Nur in dem Fall, dass der Staat einmal weniger als 50% der Ertraege abkaufte, durften die Bauern den Rest selber auf den Markt bringen. In den 1960er Jahren gab es irgendwann mal brutal viel Weizen auf der Welt, sodass die Regierung von Australien den Bauern nur 30% ihrer Ernte abkaufte. Wenn man, so wie Leonard Casley zum Beispiel, ueber eine Ackerflaeche von 75 qkm verfuegt, dann ist der Rest von 70% ganz schoen viel. Jedenfalls hat er den Weizen verkauft und einigermassen Geld damit verdient. Wenn man, so wie Leonard Casley, in dem alten Gesetzestext noch ein bisschen weiterliest, stoesst man auf die Tatsache, dass man das Recht hat, sich vom australischen Staat loszusagen, wenn dieser seinerseits das Gesetz bricht. Leonard Casley hatte gute Voraussetzungen, genau das zu tun: Land, Geld, der Staat hatte ihm seinen Weizen nicht abgekauft und - einen guten Anwalt.
Nach langem Hin und Her wurde am 21. April 1970 der zweitgroesste Staat Australiens, die "Hutt River Province" gegruendet, einige Zeit spaeter brachte der Anwalt dann noch durch, dass die Einwohner von Hutt River Province in Australien keine Steuern zahlen muessen. Prinz Leonard und seine Frau, Prinzessin Shirley sind rechtmaessige Staatsoberhaeupter, haben aber ihre Landwirtschaft nicht aufgegeben. Deswegen faehrt man einfach ueber die Grenze (winziges Schildchen, keine Schranken, die Kiesstrasse geht einfach weiter) und kommt auf den Hof, wo zwischen Getreidesilos und Bulldogs halt das Regierungsgebaeude, eine eigene Kapelle, Postamt, Museum und Souvenirshop sind.
Die Hutt River Province verfuegt ueber eine eigene Post [ist die Karte schon angekommen, Mama?], Flagge, Geld, Verfassung, Militaer und hat weltweit etwa 13.000 Einwohner. Wer will, kann fuer 250$ beitreten, der Pass ist fuenf Jahre lang gueltig. [www.huttriver.net]
Babsi auf dem Thron von Prinzessin Shirley in der Kapelle.
Prinz Leonhard hat wohl auch seinen eigenen Humor: In der Kapelle haengen Gemaelde, die z. Bsp. das letzte Abendmahl zeigen, die Gesichter der 12 Apostel sind allerdings die Portraits von seinen Soehnen...
Fuer den australischen Staat ist die ganze Geschichte so peinlich, dass er alles tut, um sie nicht breitzutreten. Und die Muehlen der Justiz mahlten ausnahmsweise mal nicht langsam, als es darum ging, das oben genannte Gesetz zu aendern, wie ihr euch denken koennt...
Vom Wasser ausgewaschene Natural Bridge, die irgendwann einmal zusammenbrechen wird.
Ja, und das sind wir! Diese Sportart nennt sich auf gut Englisch "Abseiling" und macht vorwaerts sogar noch mehr Spass als rueckwaerts, weil man mehr sieht. Aber komisch wird einem schon, wenn man kurz davor ist, sich ueber den Abgrund zu wagen und dann kitzelt einen jemand...
Am liebsten waeren wir gleich nochmal nach oben gekraxelt, um das ganze ein zweites Mal zu machen und es dann geniessen zu koennen.
Unten angekommen, gings weiter mehr kraxelnd als gehend und immer noch mit rasendem Puls zum heiss ersehnten Wasserloch.
Hier gabs zwei Felsvorspruenge: der eine war die Umkleidekabine fuer die Maedels, der andere fuer die Jungs... Und dann endlich rein ins erfrischende Nass.
Diese Stromatoliten sind fuer einen Grossteil des Sauerstoffs auf der Erde zustaendig, also bitte keine veraechtlichen Kommentare, ja? TAG 4:
Heute fahren wir auf der laengsten schnurgeraden geteerten Strasse der Welt: Exakt 198 Kilometer keine einzige Kurve. Da fragt man sich schon, ob Lenkraeder in Australien nur in die Autos gebaut werden, damit der Fahrer was zum Festhalten hat...
Monkey Mia (nur 25 km Luftlinie bis zum westlichsten Punkt Australiens): Hier findet jeden Tag eine Delfinfuetterung am Strand statt, deshalb kommen regelmaessig bis zu 15 in freier Natur (!!!) lebende Delfine vorbei um sich einen Fisch abzuholen. Obwohl bei dem Spektakel mindestens 50 Leute zugeschaut haben, war es mucksmaeuschenstill, total beeindruckend.
Strasse mit Schild. Muss man mal fotografiert haben, oder?
Gut, dass wir erst am naechsten Tag erfahren haben, dass sich in diesen Betten schon mal gerne ne Schlange oder Riesenspinne versteckt...Akli hat fuer diese Tour ein Einzelzimmer gebucht, also soll er dies auch haben. Schliesslich hat er dafuer bezahlt!
TAG 5:
Der geilste Tag der Tour. An der Coral Bay ist das Ningaloo Reef nicht weit vom Strand weg und das Wasser nur wenige Meter tief, sodass das Schnorcheln hier besser ist als am Great Barrier Reef. Ausserdem ist das Ningaloo Reef weniger bekannt und noch in einem top Zustand - gelinde gesagt, es war der Hammer!
Es gab Korallen und bunte Fische in allen Groessen und Farben...
Haie (dieser hier ist fast zwei Meter lang und wir haben ihn eine ganze Zeit lang verfolgt)...
Manta Rochen (riesige Dinger, die unbeschreiblich gemuetlich und friedlich durchs Wasser schweben) und Schildkroeten.
Ganz schoen gemein, wenn man ins Wasser springt und die Skipper genau dann die Fische fuettern!
Fix und fertig vom Schnorchel-Tag haben wir dann den Rest des Abends noch im Hostel mit ein paar Bierchen ausklingen lassen. Da hier einige Riesenkakerlaken unterwegs waren, sind wir die meiste Zeit ziemlich angewiedert mit angezogenen Beinen dagesessen. Nicht sehr bequem!
TAG 6:
Schnorcheln an der Turqoise Bay. Anders als im Great Barrier Reef kann man hier vom Strand aus ins Wasser gehen und man sieht trotzdem wunderschoene Fischschwaerme in den buntesten Farben.Schnorcheln macht muede!
Korallen sind uebrigens bissige Tiere, die ganz gemeine und langanhaltende Kratzer hinterlassen, wenn man ihnen zu nahe tritt. Gell, Babsi? (Das Problem ist, dass die Bakterien, die Korallen uebertragen, eine Vorliebe fuer 37 Grad haben...)
Ein paar Meter vom Meer entfernt, ist gleich wieder alles braun, braun, braun. Hier haben wir eine Wanderung auf einen Aussichtspunkt gemacht.
TAG 7:
Heute ist unser erster Tag der Rückreise. Und da wir einige Kilometer vor uns haben, mussten wir schon sehr frueh los. Dafuer wurden wir mit diesem Sonnenaufgang entschaedigt: Auf ca. zwei Drittel der Strecke nach Perth haben wir in Northampton in einem angeblichen Spuckhostel uebernachtet. Und tatsaechlich hat Philipp einen Schuh des Geistes gefunden.
Bei der Rueckfahrt gelangen wir nach unzaehligen Kilometern mit so gut wie keinem Verkehr (alle halbe Stunde mal ein Auto) in einen groesseren Ort (Stadt waere uebertrieben) und muessen kurz warten, weil der vor uns rechts abbiegen will. Terry, total genervt: Aah, traffic! I hate traffic! Give me kangaroos and emus, but I don't want to see other cars!!"
Zurueck in Perth: Natuerlich mussten wir an unserem letzten Abend die gelungene Fahrt mit einem Bierchen begiessen. Ganz komisch, wenn jeder auf einmal total aufgebrezelt daher kommt, worauf wir in der letzten Woche eigentlich ueberhaupt keinen Wert gelegt haben.
4 Kommentare:
Hallo, liebe Uschi und Barbara,
ich hoffe ja sehr, Ihr seid mir nicht beleidigt wegen des letzten Kommentars.
Euere Reise(-berichte) machen einem wirklich den Mund wässrig, nicht wegen der Verpflegung, sondern wegen der Eindrücke, die Ihr sammeln könnt. Und dann kriegt man wieder fast leichten Schauer auf dem Rücken, wenn man den Hai sieht oder wenn Uschi vom Kängurubiss berichtet.
Aber, den Vergleich mit dem Great Barrier Reef lasse ich so nicht gelten: auch dort wird man verzaubert, wenn man nur an der Oberfläche schnorchelt. Erst recht, wenn man so ca. 6 m tiefer taucht. (zumindest an der einen Stelle, wo ich das gemacht habe!). Allerdings mit dem Hai kann ich nicht mithalten. Habt Ihr denn gar nicht daran gedacht, was passiert, wenn der auf einmal Hunger kriegt? Und wieviel Sternlein stehen nun dort am Himmelszelt? Ich finde, wenn man diese Pracht gesehen hat, dann betrachtet man auch z.B. den Sternenhimmel bei uns (bei entsprechend klarer Sicht) mit anderen Augen und er erscheint auch immer faszinierender. Ich nehme an, Ihr habt auch das "Kreuz des Südens" am Sternenhimmel bereits identifiziert und zur Orientierung benutzt.
Weiterhin gute Reise!
Toni
Hallo Uschi, hallo Babsi,
bei uns jagt eine Faschingsparty die andere - es ist aber nicht kalt und Schnee haben wir auch keinen.
Danke, für die tolle Ansichtskarte!
In Eurem Tagebuch schwelge ich dahin und vergesse oft, warum ich im Büro sitze...
Ich habe auf den Malediven den Open-Water-Diver gemacht und möchte sooooo gerne mit Euch mittauchen. Wo bleibt Ihr denn als nächstes auf diesem tollen Kontinent?
Wenn ich groß bin, will ich da auch hin...
Ulli
Hallo,Barbara und Uschi,
es macht riesigen Spaß Eure Reiseerlebnisse zu lesen. Die Bilder sind super und die täglichen Berichte auch. Ich armes Schwein muß mich leider mit den Inningern rumplagen.
An Babsi einen gutgemeinten Rat: Laß Dich ja nicht von Uschi unterkriegen und die bayrische Sprache klingt auch in Australien schön. Freue mich schon auf das nächste Lebenszeichen von Euch.
Liebe Grüße
Resi
Freut mich, dass ihr alle so schoen neidisch seid *gfg*, aber warum kommt ihr nicht einfach her?
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