22 Februar 2007

Melbourne





Am Dienstag, den 13. Februar sind wir von Perth nach Melbourne geflogen - dreieinhalb Stunden, die Entfernungen hier sind einfach wahnsinn!




Die ersten drei Naechte haben wir im "Base Backpackers" verbracht, einem neuen und superschicken Hostel mit eigener Bar, das nur leider viel zu teuer ist. Am Valentinstag gab es eine "Ampelparty" und Livemusik, am Donnerstag war Ladies' Night. Dank eines Getraenkegutscheins habe ich es gewagt, beim Karaoke-Wettbewerb mitzumachen, bei dem ich ein Glas Sekt gewonnen habe. Das hat mich dazu ermutigt, beim Limbodance teilzunehmen, als dessen Sieger [Ja Flo, do schaugst! Des konnst net bloss du;-)] ich mir mit der Zweitplatzierten einen anderthalb-Liter-Krug Wodka Cranberry teilen durfte. Als der schliesslich leer war, liess ich mich dazu ueberreden, ein bisschen (!!) zu strippen. Tja, was soll ich sagen - hab gleich nochmal gewonnen, und zwar einen Tagesausflug an der Great Ocean Road entlang.




Alles in allem also ein erfolgreicher Abend, auch wenn ich der Babsi zwischendrin recht peinlich war...




Nicht weit weg vom "Base" gab es einmal eine Marktnacht unter Palmen mit alternativer Kleidung, Falafelstand, selbst gebasteltem Schmuck und so Ramsch - wie Sinnflut oder Tollwood eben. Einige abgedrehte Leute haben stundenlang zu Trommelmusik getanzt und dabei mit Fackeln um sich gewedelt. War echt schoen zum Zuschaun, aber wenn dann wieder Kinder dazwischengelaufen sind, ist mir schon komisch geworden!


Mittlerweile wohnen wir weit weg von diesem Suendenpfuhl im "Ritz Backpackers" - das ist billiger und zum Fruehstueck gibt's kostenlos Pfanakuacha. Allerdings ist das "Ritz" trotz seines Namens nicht ganz so schick...


Uschi inspiziert die Kueche im "Ritz": Eiso, in meim naechstn Lem werd i a Bakterie in am Backpackers. Besser geht's glaab i net!




Am Freitag haben wir zusammen mit den vier Daenen, die schon in Exmouth dabei waren, eine gefuehrte Bustour zur Phillipp Island gemacht. Dort kommen allabendlich hunderte Pinguine an Land, watscheln zu ihren Nestern und fuettern ihre noch nicht wasserfesten Jungen. Ein Naturspektakel, restlos vermarktet, aber trotzdem sehr beeindruckend. Leider darf man die Pinguine nachts nicht fotografieren, da sie sich vom Blitz so erschrecken koennen, dass sie nicht mehr kommen und die Jungen verhungern. (Ratet mal, wer sich mal wieder nicht dran haelt?)


Jedenfalls hab ich die Ueberschrift verlinkt, dann koennt ihr euch mal die Homepage von denen anschaun.

Das ist ein Wombat-Baby, ein naher Verwandter des Koalas.



Auf diesen geschaetzten zehn Quadratmetern lebt (?) ein Salzwasserkrokodil. Das Gruene um den Pool rum ist kuenstlicher Rasen. Wenn man bedenkt, wie gross Australien ist, ist es echt traurig, wie hier Wildtiere eingepfercht werden, nur damit sie die Touristen moeglichst bequem zu Gesicht kriegen.

Dieser Tasmanische Teufel ist vor lauter Langeweile wie ein Geistesgestoerter dauernd hin- und hergerannt.



Ausserdem waren noch eine Weinprobe, ein so genannter Wildlife Park und die Seal Islands auf dem Programm. Aber Wein am Mittag bei der Hitze (und dann auch noch ein Shiraz, kotz!) ist eher nicht mein Ding, die Tiere im Wildlife Park koennen sich in ihren Gehegen kaum umdrehen, und die Seehunde waren etwa zwei Kilometer entfernt. Naja.






Die Stadt Melbourne:


Flinders Street Station, einer der beiden Hauptbahnhoefe. Das gelb-rote Gebaeude faellt von jeder Richtung her auf, ein guter Orientierungspunkt.

Direkt gegenueber ist die St Paul's Cathedral, die jedoch vor den Wolkenkratzern total untergeht.

Auf der andern Strassenseite der architektonisch eigenwillige Federation Square, ein zentraler Platz, wo man rumsitzen und Leute treffen kann.




Blick aus 290 Metern Hoehe:




Auf der Aussichtsplattform der Rialto Towers stehend, hat man einen super Ueberblick ueber die City. Ganz hinten sieht man das Meer, etwas weiter vorne liegt der Albert Park, zu erkennen an dem riesen See. Wir wohnen ungefaehr zwischen See und Meer. Eines der Haeuser direkt am Yarra River hat zwei Tennisplaetze auf dem Dach!


Das ist der Eingang zum Luna Park, einem Vergnuegungspark mit Achterbahn, Riesenrad und so Zeug. Kennen wir aber von daheim...


St. Kilda Marina: Hier haben die Schoenen und Reichen ihre Boote und Yachten gestapelt. Ein Kran hebt sie dann auf die oberen Stockwerke.


Melbourne an sich ist eine grosse, moderne, komplett designte, nachtaktive (endlich!!!), bunte, junge Stadt. Was allerdings auch dazu fuehrt, dass man sie innerhalb von ein, zwei Tagen komplett erkundet hat, weil es halt keine alten Baudenkmaeler oder sowas gibt. Deswegen flacken wir tagsueber meistens am Strand und gehen abends weg.


China Town:



Am Samstag hat in China das neue Jahr angefangen, und in Melbournes China Town gab es ein riesen Strassenfest mit allem Kitsch, den man sich vorstellen kann. Adlberger auf Chinesisch, sozusagen. Die Raeucherstaebchen konnte man vor der Buddhastatue in den Sand stecken und sich gegen Bezahlung was fuers kommende Jahr wuenschen.


Das Maedchen, das sich da zum Beten hinkniet, musste ebenfalls eine milde Gabe springen lassen und ausserdem noch die Anweisungen zum korrekten Beten beachten (siehe weisser Zettel, kann man ziemlich gut ranzoomen).

Am Sonntag war hier das Tropfest, das groesste Kurzfilm-Festival der Welt. Von ueber 600 Einsendungen wurden 16 Filme gezeigt, alle mussten irgendwas mit Niesen dabei haben.


Seit Montag versuchen Babsi und ich uns als Kunsthaendler: Mit einem Van werden wir in einem Wohngebiet ausgesetzt und muessen mit etwa zwoelf Oelgemaelden unterm Arm von Haus zu Haus gehen und den armen Bewohnern die in China gefertigten Malereien als unsere eigenen Produkte andrehen. Der Hammer, was einem da alles fuer Geschichten einfallen, die man den Leuten auf die Nase bindet! Babsi war gleich am ersten Abend erfolgreich und hat zwei Bilder fuer 310 $ verscherbelt und somit mal eben 150 $ verdient! Ich konnte leider noch nicht besonders glaenzen...


Zusaetzlich bedienen wir mal wieder. Babsi in einem Fruehstueckscafe hier um die Ecke, ich in einem Strandrestaurant zwei Kilometer weiter.


Bevor jetzt dumme Fragen kommen: Ja, wir sind schon wieder pleite. Haben in den letzten drei Wochen pro Person gute 3500 $ gebraucht! Allerdings haben wir schon die komplette Tour bis Sydney bezahlt, das heisst, dass wir nur noch Geld fuer Unterkunft und Verpflegung brauchen.



Uebrigens Ulli: Danke, dass du uns an den Fasching erinnert hast! Hier gibt es ja einige europaeische Konditoreien, da haben wir uns am Faschingsdienstag natuerlich gleich Krapfen (heissen hier Doughnuts, aber gut!) gekauft. Im Unterschied zu euch haben wir sie allerdings am Stand verzehrt. Aetsch!



Da wir ja jetzt wieder fluessig sind, sind wir neulich mal wieder essen gegangen, und zwar ins Hard Rock Cafe. Prominente waren nicht da, nur ihre Hinterlassenschaften. Von Bon Jovi hab ich aber nix gefunden. Schmoll!

Melbourne Old Goal:

Das hier ist das alte Gefaengnis von Melbourne, in dem noch bis 1924 Leute gehaengt wurden.

Die Zellen sind etwa anderthalb Meter breit und zwei Meter lang und mit Matratze, Decke und Klo eingerichtet.

Dieses Foto sollte eigentlich gedreht sein, es zeigt den Strick und die darunter liegende Falltuer von oben. Haengen ist ja eine richtige Kunst, wie wir gelernt haben: Je nach Koerpergewicht muss der Strick unterschiedlich lang sein, damit der Tod nicht zu grausam ist. Ganz schoen feinfuehlig, gell? Hier trage ich die Nachbildung der Ruestung von Ned Kelly, einem australischen Volkshelden, der die Polizei jahrelang zum Narren gehalten hat und schliesslich in Melbourne gehaengt wurde.

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Uschi und Babsi,
Uschi, Deine Aktionen in Melbourne waren wirklich stark, ich seh dich bildlich vor mir - Babsi auch, sie tut mir aufrichtig leid, was sie alles mit Dir erleben muß. Hast Du von Deinen Auftritten wenigstens auch schöne Bilder?
Im Geld verdienen seid Ihr beide ja auch sehr kreativ - Vom Schweine- und Schafzüchter zum "Künstler" - eine steile Karriere.

Viele Grüße aus dem warmen Bayern

Resi

Anonym hat gesagt…

ja, auch wir wollen anmerken, dass uns die Fotos fehlen!!!!
Außerdem heißt es doch DONUTS, oder?
Viele Grüße
Josef und Gerti

Uschi Winkler hat gesagt…

Nein Theresia, tut mir leid, aber ich lass mich nicht in Unterwaesche ablichten und stell die Fotos dann auch noch auf meine Homepage. Was denkst du eigentlich von mir??

Zu den Krapfen: Ich hab "Berliner" gesagt, und die Verkaeuferin hat mich verstanden. Wie man das Zeug schreibt, ist wurscht. Der gemeine Aussie kuerzt ja alles ab, "forever" heisst hier z.B. "4EVA". Aber wenn ihr schon am Korrigieren meiner Posts seid, koennts ja mal nachschaun, wie man "designt" schreibt.

Anonym hat gesagt…

Hallo Uschi,
erstens traue ich Dir so ziemlich alles zu - was gar nicht negativ gemeint ist. Man ist nur einmal jung und ungebunden und Ihr macht wenigstens was draus.
Zweitens, zu Deiner Frage nach der Schreibweise des Wortes "designt". Ich habe im Internet recherchiert und herausgefunden, daß es so richtig geschrieben ist.

Viele Grüße
auch an Babsi

Eure Resi

Anonym hat gesagt…

hallo ihr beiden !
Neulich war Leseprobe vom Theater.
Was denkt ihr wie das heißt?
Miss Wimpasing heißt das Stück. Uschi soll mal anrufen wegen dem Brief den Moni ihr gemailt hat. (DRINGEND)

Mama

Einen schönen Gruß an Theresia.

Maria

Anonym hat gesagt…

hallo ihr zwei!
wir sind jetz mit unserer aussi-reise fertig!hoffe euch gehts gut(ich weiss ihr vermisst uns;)).wir hauen am 14.3.ab nach NZ.seit ihr irgendwann demnaechst in sydney?
franzi